Mangrovenschutz
Sri Lanka

Von wegen vergebliche Mühen!

Wenn Fässer ohne Boden mehr halten, als sie ahnen lassen

Mangroven sind wahre Wunder der Natur. Sie schützen Küsten und Ufer, verhindern Erosion, filtern Schadstoffe und erhalten die Wasserqualität. Darüber hinaus sind sie enorme Kohlenstoffsenker. Mangrovenwälder absorbieren mehr als doppelt so viel Kohlendioxid wie tropische Regenwälder. Ein ausgewachsener Baum kann etwa 21 Kilogramm CO₂ pro Jahr aufnehmen, junge Bäume deutlich weniger. Bei einer Lebensdauer von 100 Jahren könnte ein Baum etwa eine Tonne CO₂ absorbieren.

Die so wertvollen wie sensiblen Küstenwälder sind weltweit stark gefährdet – so auch auf Sri Lanka. Im Süden des Landes liegt im Lagunensee Koggala die Insel Thalathuduwa. In der Lagune – ein riesiges Vogelschutzgebiet – gab es einst 21 Inseln. Doch aufgrund der starken Ufererosion hat sich die Zahl inzwischen auf neun reduziert. Auch die Fischerträge sind stark zurückgegangen, was auch die Bevölkerung hart trifft.

Die DER Touristik Foundation unterstützt den Projektpartner Wildlife and Ocean Resource Conservation (WORC) dabei, diese kostbaren Ökosysteme durch die Wiederherstellung von Mangrovenwäldern in der Koggala-Lagune zu schützen und zu erhalten – für die Bewohner, aber auch für Reisegäste.

2017 begann man mit dem Pflanzen von Mangrovenbäumen, und zwar in schlammgefüllten bodenlosen Fässern entlang des Ufers. Etwa drei Jahre nach Anpflanzung entwickeln sich spezielle Wurzeln und bilden eine natürliche Uferbarriere vor der Lagune. Das Wurzelsystem einer Mangrovenpflanze muss mindestens sieben Jahre lang geschützt werden, damit es auch bei starker Erosion überleben kann. Nach acht Jahren wird das Fass entfernt und zersetzt sich natürlich – die Bäume wachsen nun frei. Ein toller Nebeneffekt: Die Schlammschicht in und um die Fässer begünstigt auch das Wachstum der natürlichen Mangroven.

Quelle: u.a. Wildlife and Ocean Resource Conservation 

Durch das Pflanzen von Mangroven leistet das Projekt nicht nur einen Beitrag zum Naturschutz, sondern auch zur Reduzierung von CO₂-Emissionen: Im Rahmen des Projekts werden insgesamt 6.000 Bäume gepflanzt, die im Laufe der Zeit 6.000 Tonnen CO₂ ausgleichen. 

Schüler:innen der fünf Schulen in der Koggala-Lagune besuchen regelmäßig das Mangrovenprojekt des WORC und lernen im Unterricht die Hintergründe zu den neu gepflanzten Mangrovenbäumen und ihrer Pflege. Auch die erwachsenen Bewohner:innen rund um den See wie Fischer:innen und Mitarbeiter:innen des öffentlichen Sektors mit Bezug zum Projektgebiet werden einbezogen und über die Wichtigkeit von Bedeutung von Mangroven für ihren Lebensraum aufgeklärt. Für Fischerfamilien werden modernere Fischernetze bereitgestellt.

Die Menschen rund um die Lagune verdienen ihren Lebensunterhalt hauptsächlich mit Fischerei und im Tourismus. Durch das Forcieren des Öko-Tourismus durch den WORC werden langfristig neue Einkommensquellen für die Region erschlossen:  Der Bau eines Informationszentrums und die Einrichtung einer Mangrovenbaumschule bringt Besucher:innen das Projekt Mangrovenschutz näher. Touren mit Touristenbooten direkt zu den Mangrovenwäldern werden optimiert durch eine bessere Ausrüstung und Ausbildung der Guides (z.B. Schwimmwesten, Rettungsschwimmtraining).

 Zusätzliche Einkommensquellen im Tourismus werden geschaffen durch Schulungen in der Zucht von Fischen und Zierblumen, in der Herstellung von Batikkleidung als Souvenir sowie die Förderung der Zimtindustrie auf der Insel Ganduwa.

Strand Sri Lanka

Unser Kooperationspartner:

Wildlife and Ocean Resource Conservation (WORC)

Die gemeinnützige Organisation konzentriert sich seit 2010 auf die Erhaltung und Wiederherstellung von Ökosystemen in Sri Lanka. Sie unterstützt u.a. den Schutz und die Wiederherstellung von Mangrovenwäldern in Koggala sowie den Schutz und die Wiederherstellung von Korallenriffen in Rumassala auf Gemeindeebene. WORC bietet außerdem Reiseerlebnisse in all diesen Gebieten an. Alle Einnahmen aus dem Ökotourismus werden zur Finanzierung der laufenden Schutz- und Wiederherstellungsarbeiten verwendet.